Sommertour 2001 Südtirol ('Regentour)
1. Tag Wien - Stall im Mölltal

Weil Frau und Kind nach Griechenland abdampften, darf Papi ein paar Tage nach Italien düsen. Und dazu wird natürlich eine Runde gewählt, bei der eben nicht alle fahren :-)
In Stall im Mölltal gibts einen hervorragenden Landgasthof, die "Dorfschenke", wo die Besitzer ausgesprochen 'motorradfreundlich' sind, auch wenn sie selber nicht am Bike sitzen. Dort muß man die hausgemachten Kärntner Nudeln ausprobieren - egal ob mit Fleisch, Spinat oder einer süßen Fülle!
Bei der Fahrt Richtung Süden kommt es auch zu einer Panne - aber "Aga's Bike" (ein Kawasaki-Händler) in Fohnsdorf hilft schnell, kompetent und freundlich (sogar umsonst!) weiter.
2. Tag Stall im Mölltal - Cimolais
Nach einem "Verwöhnfrühstück" ist schneller Abflug angesagt. Leider hab ich außer den Motorradstiefeln keine Schuhe eingepackt, dadurch wird ein kurzer Umweg zum Sport-schuhkauf nach Lienz eingeplant. Dann gehts über die Drautalbundesstraße und den Gail-bergsattel auf den Plöckenpass - null Verkehr! Am Plöckenpass selbst kontrollieren die italienischen Zöllner (immerhin gleich drei auf einmal - wahrscheinlich fühlt sich sonst einer allein recht einsam) wegen des G8-Gipfels in Genua. Nachdem ich aber trotz "Vermum-mung" nicht aussehe wie ein potentieller Terrorist darf ich nach Italien einreisen.
Ist schon die Auffahrt durch den Wald sehr schön - lustig ist die Abfahrt. Die ersten Kehren auf der Südseite verlaufen in Tunnels. Hier heißt es auf Grund der Nässe vorsichtig sein!
Leider begrüßen mich dann auch gleich die ersten Regentropfen - aber zum Glück ist es nur eine Wolke, der ein bisserl langweilig ist.
In Sotrio nehme ich die Abzweigung auf den Monte Zocolan, ein Hausschigebiet. Der Weg nach Ovaro soll zwar laut Denzel noch ein Stück Schotterstraße aufweisen - aber was nicht umbringt, macht bestenfalls härter :-)
Bis zur Talstation gibts eine breit ausgebaute Straße, dann jedoch wird das Sträßchen schmal, jedoch durchgehend asphaltiert. Am Gipfel (zur obligaten Fotopause) treffe ich einen Mödlinger mit Sohn mit Enduromaschinen - ein netter Plausch ergibt sich. Bei der Abfahrt sind es nur 3 kurze, einspurige Tunnel, die nicht asphaltiert sind - aber mit der nötigen Vorsicht ist dies auch kein Problem.
Schon fast ganz unten in Ovaro passiert auf dem nassen asphaltierten, mit Kiefernadeln übersäten Waldweg ein kleines Hoppala. Beim Stehenbleiben rutscht auf den nassen Kiefernadeln das Vorderrad weg und mein Motorrad fällt im Zeitlupentempo nach rechts um. Leider kann ich es nicht halten und so kippen wir auf eine 45 Grad Böschung ins nasse Gras, brrrr. In diesem Augenblick kommen die beiden Mödlinger hinter mir und helfen mir beim Aufstellen - selbst ein so leichtes Motorrad mit Gepäck allein aufzustellen, ist nicht leicht... Zum Glück ist überhaupt nichts passiert - der weiche Böschungshang und das Gras haben nicht eine einzigeSpur hinterlassen. Dann gehts weiter in Richtung Prato Carnico - genau neben der Straße ist ein "schiefer Turm" - nicht so berühmt wie das Gegenstück in Pisa, auch nicht so hoch - schaut aber trotzdem sehr interessant aus.
Ursprünglich wollte ich ja zur Forcella Lavardet und nach Sauris di Sopra - aber ich will nicht schon wieder ins Regengewand hinein,weil ich einige Kilometer vor mir schon die Blitze leuchten sehe.
Also wird umgedreht und nach Ovaro zurück gefahren - eine Trattoria paßt genau zu der Mittagszeit...
Weiter gehts gestärkt zum Passo Rest - ein gar nicht hoher Pass mit endlos vielen Kurven - herrlich zu fahren und auch Sonne strahlt vom Himmel. In Tramonte di Sopra gibts dann eine Tankpause bei einer Bar mit angeschlossener Tankstelle - das Motorrad kriegt Super, ich krieg einen Capuccino...
Die Strecke von Redona bis Molassa zeigt sich als wahre Kurvenorgie - hinauf, hinunter, durch den Wald, ein 200m Schotterstück, eine romantische Walddurchfahrt auf einem 2m breiten Weg - es ist einfach alles vorhanden.
In Barcis beginne ich mit der Quartiersuche in einem Hotel neben dem See - leider ist gar nichts frei, aber ich werde nach Cimolais am Fuße des Passes San Osvaldo weiter vermittelt - und dort endet dann der Tag mit einem sehr guten Essen.
Plöckenpass
Monte Zocolan
Passo Rest
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