Sommertour 2002 Tag 5 - Tag 7
Tag 5 St. Jean de Maurienne - Isola
Die Nacht war nicht wirklich ruhig - das Hotel war neben der Eisenbahn und anscheinend fuhren alle französischen Züge in dieser Nacht durch St. Jean :-)
Wieder sind so 38 bis 40 Grad angesagt - wir frühstücken daher schon um 7.30 Uhr und machen uns flott auf den Weg.
Durch das Maurienne-Tal fahren wir bis St. Michel, dort gibts kurzen Tankstopp und schon streben wir dem Col du Telegraphe entgegen. Dieser Pass ist quasi ein Vorberg zum Col du Galibier (2.556m). Die Anfahrt ist nicht so spektakulär, aber auf der Passhöhe wartet sogar noch reichlich Schnee neben der Fahrbahn!
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Col du Telegraphe
Col du Galibier Col d'Izoard
Casse Deserte
Kurz nach der Passhöhe des Galibier ist ein kleienr Andenkenladen mit Imbiß, wo wir auf einen deutschsprechenden Wirt und 2 Radfahrer aus Bayern treffen, deren Leistung wir neidlos bewundern. Nach Kaffee und Zigarette gehts weiter, der Col d'Izoard ruft. Man merkt den Bekanntheitsgrad - viele Motorradfahrer aus allen europäischen Ländern treffen sich hier. Bei der Weiterfahrt kommen wir zur Casse Deserte (Wüstenpfanne), einer wüstenähnlichen Mondlandschaft mit Felsnadeln - dort hätte die NASA ihr Mondfahrzeug trainieren können :-)
Nach einer flotten Weiterfahrt meldet sich zu Mittag der Magen vor dem Col de Vars - und unmittelbar neben der Straße, bei einem netten Teich, findet sich ein sehr gutes Lokal, wo wir uns - neben anderen Österreichern (!) gut laben.
Der Col de Vars selber ist eher unspektakulär - auch die Abfahrt nicht wirklich spannend. Im Tal der Ubaye stoßen wir auf eine Baustelle, wo wir dann eine 3/4 Stunde auf die Weiterfahrt warten dürfen und treffen auch wieder die Salzburger, mit denen dann sowohl Tour- als auch Benzin geredet wird.
Weiter gehts nach der Zwangspause auf den Colle de la Maddalena (Col de Larche), eigentlich ein nicht sonderlich schöner Vollgas-Pass. Zuerst ein paar Kurven, wo wir hinter den LKW herzuckeln, aber dann können die Rösser springen und wir mit bis zu Tempo 160 den Pass erklimmen. Die Abfahrt hat ein paar Kehren und dann flitzen wir durchs Demonte-Tal, bis zur Abzweigung bei Vinadio, wo es zum Col de la Lombarde hinaufgeht.
Dieser Pass ist ein ausgesprochener Geheimtipp (*g*) - in der ersten Etappe führt eine etwa 3 m breite Straße über viele Kehren durch den Wald, ziemlich steil zu einem Hochtal. Dies fährt man einige km entlang und kann sich dann unter Umständen verfahren... Wer die Abzweigung übersieht, kommt nicht zum Lombarde, sondern in eine Ortschaft. Unser GPS schreit glücklicherweise vor der Abzweigung und so schrauben wir uns auf schmaler Straße, mitten durch Kieferwald, auf ungezählten Kurven und Kehren dem Lombarde entgegen.
Kurz vor der Passhöhe ist es wieder so weit - die BMW beschließt, eine Kühlpause zu verlangen :-) Unmittelbar durch die Wiese neben der Straße fließt ein Bach und auch eine Quelle hat hier ihren Ursprung, was uns wieder zu frischem Wasser und Durstlöschung verhilft.
Am Col de la Lombarde sehen wir ein (verfallenes) Grenzfort, mehrere Skilifte auf der französischen Seite (kommen von Isola), die Grenzkammstraße (nur was für Enduros) und eine herrliche Aussicht aus dem Fort. Über die schiache künstliche Schistadt Isola 2000 und viele, viele Kehren (ein Wahnsinn) erreichen wir unser Etappenziel Isola, wo schon Quartier und Abendessen wartet.

Col de la Lombarde und Aussicht vom Fort
Etappenziel Isola
Tag 6 Isola - Ste. Maxime
305 km - und mit dem Col de la Bonnette (2802m) der höchste auf einer Asphaltstraße befahrbare Alpenpass - sowie weitere 5 Pässe warten heute auf uns. Gleich nach der Abfahrt wird getankt und bei Ste. Etiene beginnt die Auffahrt auf die Bonette aus dem Tal der Tinée. Es ist kühl am Morgen und die Auffahrt ist einfach wunderbar. Ziemlich schnell gewinnen wir Höhe und schon von Ferne sehen wir die immer höheren Berge. Wenig andere Fahrzeuge sind auf der schmalen Straße unterwegs und bald erreichen wir den höchsten Punkt. Um die Bonnette führt eigentlich eine Straße - aber die ist gesperrt. Kurz wird nachgedacht - und dannn die Fahrverbotstafel ignoriert :-). Die Motorräder werden bei der Gedenktafel geparkt und der Fußweg zum Gipfel (2.862m) angetreten. Die Aussicht ist grandios - auch wenn wir ein wenig mit der Luft kämpfen. :-)

Anfahrt zur Bonnette Gedenkstein Cime de la Bonnette
Tafel am Gipfel
Panorama Bonnette
Irgendwann müssen wir uns dann wieder von der Bonnette trennen - eine schöne, teilweise sehr flotte Abfahrt bringt uns nach Barcelonnette, wo wieder eine kurze Trinkpause (auch für unsere Motorräder) angesagt ist - und dann gehts in Richtung Col d'Allos. Wieder eine eher schmale Anfahrt, an den Berghang geschmiegt, etwas Wald und viele Kurven - auf jeden Fall halt nicht sooo interessant wie zuvor die Bonnette.
Und weiter gehts wieder - zum Col des Champs. Dieser Pass hat eine herrliche Auffahrt durch den Wald und am Plateau erreicht man ein sehr breites Hochtal mit wunderbarer Aussicht. Hier ist auch die Grenze zwischen den Bergen der Haute Provence und den Meeralpen. Nach dem Col des Champs erwartet uns - trotz der Hitze - eine nicht ganz unbekannte Schlucht: Gorge Daluis - die Schlucht des violetten Schiefers. Unbeschreiblich schön - es läßt sich auch auf den Bildern nur andeutungsweise darstellen.
Erholsam waren die vielen Tunnels, wo es doch ein wenig kühler als in der Sonne war - aber irgendwann kam dann der Punkt, wo zwei Sachen aufeinander trafen - uns war heiß und ein See (der Lac du Castillon, ein Stausee für die Stromerzeugung) lud zum Baden ein. Das Badezeug war natürlich vergraben - aber schließlich kann man ja auch nackt ins Wasser, oder?
Die letzten über 100km schafften wir dann in einem Zug - unser Hotel in St. Maxime wartete schon auf uns, und auch das Meer. Schnell rein ins Zimmer - Badezeug geschnappt und an den Strand gepilgert, auch wenn es schon später Nachmittag ist!
Am Col d'Allos, 50 km zum Col de Vars
Col des Champs - die Grenze
im Daluis (Brücke, Straße)
Tag 7 Ste. Maxime - Baden, Ausspannen, Erholen!
Rest folgt in Kürze!
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